Nachhilfe oder Lerntherapie – was braucht mein Kind?

Wenn Mathe, Lesen oder Schreiben schwierig werden, liegt eine Lösung erst einmal nahe: mehr üben. Oder jemand erklärt den Schulstoff noch einmal in Ruhe.

Und manchmal ist genau das richtig.

Manchmal bringt mehr vom Gleichen allerdings erstaunlich wenig. Dann lohnt sich eine andere Frage:

Warum kommt mein Kind an dieser Stelle eigentlich nicht weiter?

Dein Kind hat wegen einer Grippe zwei Wochen Bruchrechnung verpasst und versteht jetzt nur noch Bahnhof? Dann ist Nachhilfe vermutlich die richtige Wahl. Sie setzt am aktuellen Schulstoff an: erklären, Lücken schließen, üben, wieder sicher werden.

Nicht jede schlechte Mathenote braucht schließlich eine Lerntherapeutin.

Nehmen wir einen Fünftklässler, dem Mathe schwerfällt. Die Ergänzung zum nächsten Zehner sitzt noch nicht sicher (also etwa 7 + 3 = 10 auf einen Blick). Beim Einmaleins wird eine Lücke in der auswendig gelernten 6er-Reihe zum unlösbaren Problem, weil sich das Kind das Ergebnis nicht aus einer anderen Aufgabe herleiten kann. Und 299 − 101 wird fein säuberlich schriftlich untereinander gerechnet.

Mich interessiert dann nicht in erster Linie, ob am Ende 198 herauskommt. Mich interessiert, warum das Kind für diese Aufgabe überhaupt ein schriftliches Verfahren nutzt.

Noch mehr Aufgaben aus dem Mathebuch der 5. Klasse werden daran wahrscheinlich wenig ändern. Ich will zuerst wissen, welche Vorstellungen und Strategien das Kind schon entwickelt hat. Dort setzen wir an.

Ein Kind aus der 2. Klasse erzählt vielleicht wunderbare Geschichten und liest seinen eigenen Text begeistert vor. Im Heft steht dann etwas ganz anderes: Wörter fehlen, manchmal halbe Sätze, Wortgrenzen sind kaum zu erkennen.

Ein anderes Kind verkrampft beim Schreiben so stark, dass die Hand schmerzt. Hausaufgaben mit viel Schreibanteil werden entsprechend unbeliebt, und aus den geforderten zwei Sätzen werden möglichst zwei Zwei-Wort-Sätze.

Im Heft sieht beides nach „zu wenig“ oder „nicht richtig“ aus. Dahinter können aber ganz unterschiedliche Schwierigkeiten stecken – und entsprechend unterschiedlich sollte die Unterstützung sein.

Bewegungsparcours mit Trampolin und Materialien in der Lerntherapie

Ja, in meinem Therapieraum steht tatsächlich ein Trampolin. Nein, ich plane keine zweite Karriere als Fitnesstrainerin.

Lernen findet bei mir einfach nicht immer am Tisch statt. Wir spielen, arbeiten mit unterschiedlichen Materialien oder bauen Bewegung ein. Das ist kein Selbstzweck. Viele Kinder begreifen Mengen, Reihenfolgen oder Silben leichter, wenn sie sie mit dem ganzen Körper erleben, bevor sie sie auf Papier bringen.

Dabei habe ich nicht nur die eigentliche Rechen-, Lese- oder Schreibaufgabe im Blick. Je nach Kind schaue ich zum Beispiel auch darauf, wie sicher es sich im Raum orientiert oder Bewegungen koordiniert.

Und ich sehe, wie ein Kind an Aufgaben herangeht, welche Strategien es nutzt und was sich verändert, wenn wir einen anderen Weg probieren.

In der Einzelförderung kann ich direkt darauf reagieren. Wenn etwas nicht funktioniert, müssen wir es nicht noch zwanzig Mal genauso versuchen.

Das ist keine Konkurrenz, eher zwei verschiedene Werkzeuge.

Wenn Dein Kind den Schulstoff grundsätzlich versteht und eine konkrete Lücke schließen muss, passt Nachhilfe.

Ein genauerer Blick lohnt sich dagegen, wenn die Schwierigkeiten schon länger bestehen und wichtige Grundlagen wackeln. Vielleicht erkennst Du Dein Kind in einem dieser Punkte wieder:

  • Hausaufgaben dauern ewig und enden regelmäßig in Tränen oder Streit.
  • Dein Kind übt viel, aber es bleibt kaum etwas hängen.
  • Es rechnet oder liest noch immer mühsam, obwohl die Klassenkameraden längst weiter sind.
  • Vor Mathe, Diktaten oder Vorlesen entstehen Bauchschmerzen, oder Dein Kind weicht aus, wo es nur kann.
  • Es sagt Sätze wie „Ich bin eben dumm“, obwohl es im Gespräch ganz offensichtlich nicht so ist.

Hinter solchen Signalen kann eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS/Legasthenie) oder eine Rechenschwäche (Dyskalkulie) stecken. Es kann aber auch etwas ganz anderes sein, und genau das ist der Punkt: Ein Kind, das nicht weiterkommt, braucht nicht automatisch mehr Übung. Oft braucht es zuerst jemanden, der herausfindet, wo es hakt.

Du bist unsicher, was Dein Kind gerade braucht? Genau das können wir in einem ersten Kennenlerngespräch gemeinsam sortieren.

Wie eine Lerntherapie abläuft, wie lange sie typischerweise dauert und was sie kostet, findest Du hier.

Unverbindlich, ca. 30 Minuten, kostenlos. Danach entscheidest Du in Ruhe, wie es weitergeht.

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