Diagnosen bei Lern- und Entwicklungsauffälligkeiten

„Diagnosen bei Lern- und Entwicklungsauffälligkeiten: ASS, ADHS, AVWS, LRS und Dyskalkulie verständlich erklärt“

Orientierung für Eltern in Schleswig-Holstein und Hamburg

Wenn ein Kind Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben, Rechnen oder bei der Konzentration hat, tauchen in Gesprächen mit Schule oder Fachstellen häufig diagnostische Begriffe auf. Eltern hören dann zum Beispiel von LRS, Dyskalkulie, ADHS, Autismus oder AVWS.

Viele Familien erleben diese Situation zunächst als verunsichernd.

Typische Fragen sind zum Beispiel:

  • Braucht mein Kind wirklich eine Diagnose?
  • Was bedeutet diese Diagnose überhaupt?
  • Und wo bekommt man eine seriöse Abklärung?

Dieser Artikel soll Eltern eine erste Orientierung geben.

In meiner lerntherapeutischen Arbeit steht eine Diagnose nicht im Mittelpunkt.

Ich stelle keine medizinischen oder psychologischen Diagnosen und darf das auch nicht. Stattdessen arbeite ich mit einer förderdiagnostischen Einschätzung:

  • Wie lernt dieses Kind im Moment?
  • Wo zeigen sich konkrete Schwierigkeiten im Alltag?
  • Welche Unterstützung hilft jetzt?

Für mich und die Lerntherapie ist deshalb weniger entscheidend, welche Diagnose ein Kind hat, sondern vielmehr:

Was hilft diesem Kind im Hier und Jetzt beim Lernen? Ein Kind kann sehr von Lerntherapie profitieren – mit oder ohne formale Diagnose.

Auch wenn Diagnosen für die konkrete Lernförderung nicht immer entscheidend sind, können sie für Familien eine wichtige Rolle spielen.

Viele Eltern erleben eine Diagnose zunächst als Entlastung. Sie hilft zu verstehen, warum ein Kind trotz großer Anstrengung bestimmte Schwierigkeiten hat.

Außerdem können Diagnosen den Zugang zu verschiedenen Unterstützungsformen ermöglichen, zum Beispiel:

  • Nachteilsausgleich in der Schule
  • technische Hilfsmittel (z. B. Vorlesesoftware)
  • Unterstützung durch Jugendhilfeleistungen
  • spezialisierte therapeutische Angebote
BegriffKurzbeschreibungTypische Hinweise
LRS / LegasthenieLernstörung beim Lesen und Schreibenlangsames Lesen, viele Rechtschreibfehler
DyskalkulieLernstörung im mathematischen BereichSchwierigkeiten mit Mengen und Rechenoperationen
ADHSAufmerksamkeits- und Impulsregulationsstörungstarke Ablenkbarkeit, impulsives Verhalten
Autismus-Spektrum-Störung (ASS)Entwicklungsbesonderheit in Kommunikation und WahrnehmungSchwierigkeiten mit sozialen Signalen
AuDHD / AuDHSKombination aus Autismus und ADHS (keine eigene Diagnose)Mischung aus Merkmalen beider Bereiche
AVWSStörung der Verarbeitung von HörinformationenProbleme beim Verstehen gesprochener Sprache

Eine Diagnostik kann sinnvoll sein, wenn

  • ein Kind über längere Zeit große Lernschwierigkeiten hat
  • Schule und Eltern unterschiedliche Einschätzungen haben
  • schulische Unterstützung (z. B. Nachteilsausgleich) geprüft werden soll
  • Eltern besser verstehen möchten, warum Lernen für ihr Kind so anstrengend ist

Nicht immer ist eine umfassende Diagnostik sofort notwendig.
Manchmal hilft zunächst eine pädagogische oder lerntherapeutische Einschätzung, um zu verstehen, welche Unterstützung einem Kind beim Lernen helfen kann.

Je nach Fragestellung kommen unterschiedliche Fachstellen in Frage:

  • niedergelassene Facharztpraxen für Kinder- und Jugendpsychiatrie
  • Sozialpädiatrische Zentren
  • Autismus-Spezialambulanzen
  • Pädaudiologische Diagnostik (AVWS)
  • schulpsychologische Beratung

Quellen:

Viele Eltern fragen sich auch, wo sie in der Region eine Diagnostik durchführen lassen können.

Eine Übersicht über mögliche Anlaufstellen in Schleswig-Holstein und Hamburg gibt es hier:

Diagnostikstellen für Kinder in Schleswig-Holstein und Hamburg

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